Am Morgen des 20. Mai 1941 begann mit dem Unternehmen „Merkur“ die deutsche Luftlandeoperation zur Eroberung der griechischen Insel Kreta. Innerhalb weniger Tage versuchten deutsche Fallschirmjäger und Luftlandetruppen, die strategisch bedeutende Insel gegen den Widerstand alliierter Streitkräfte einzunehmen. Ziel der deutschen Führung war es unter anderem, die britische Präsenz im östlichen Mittelmeerraum zurückzudrängen und die Kontrolle über wichtige Nachschub- und Verkehrswege zu sichern.

Die Kämpfe auf Kreta verliefen äußerst verlustreich. Obwohl die Wehrmacht die Insel letztlich eroberte, kostete die Operation tausenden Soldaten auf beiden Seiten das Leben. Auch die kretische Zivilbevölkerung litt schwer unter den Folgen der Besatzung. Nach der Einnahme der Insel kam es – oft unter dem Deckmantel von „Vergeltungsmaßnahmen“ – zu Kriegsverbrechen gegen Einwohnerinnen und Einwohner Kretas. Historiker bewerten die Ereignisse heute nicht nur als militärische Operation, sondern auch als Beispiel für die Brutalität des Krieges im Mittelmeerraum. In Griechenland wird die Schlacht um Kreta primär als ein Symbol für die beispiellose Opferbereitschaft und des beeindruckenden Widerstands der Zivilbevölkerung gegen die übermächtige faschistische Besatzung wahrgenommen. Sie prägt bis heute das kollektive Gedächtnis als Beginn eines erbitterten, vierjährigen Freiheitskampfes.
Anlässlich des 85. Jahrestages der Schlacht um Kreta lädt der Verein der Kreter in Hamburg und Umgebung e.V. zu einer Gedenk- und Informationsveranstaltung ein. Die Veranstaltung findet statt am
Sonntag, den 31.05.2026, um 15:00 Uhr
in der Aula der Schule Stengelestraße
Stengelestraße 38, 21111 Hamburg
Prof. Dr. Ulrich Moennig präsentiert Zeitzeugenberichte von Kreterinnen und Kretern sowie weiteren Beteiligten aus Griechenland, England und Deutschland. Zudem soll historisches deutsches Propagandamaterial gezeigt und anschließend gemeinsam diskutiert werden.
Die Veranstaltung möchte einen Beitrag zur historischen Erinnerungskultur leisten und Raum für Austausch und kritische Auseinandersetzung mit den Ereignissen rund um die Schlacht um Kreta schaffen.
