Der byzantinische Fotoapparat

oder: Wie man sich die Moderne in die Spätantike hineinfälscht

Fotonachweis/Copyright: UHH/Dichant

Die Neogräzistik der Universität Hamburg lädt ein zu einem Vortrag von Frau Prof. Dr. Lilia Diamantopoulou-Hirner

am 7. Januar 2020
um 18:15 Uhr (bis 19:45 Uhr, mit Diskussion)
in Raum 221 im Westflügel des Hauptgebäudes der Universität Hamburg,
Edmund-Siemers-Allee 1

Der Vortrag wird im Rahmen der Ringvorlesung Vom Ding zum Wissen. Aus der Werkstatt der Kleinen Fächer* angeboten.  Es geht um den genialen Fälscher Konstantinos Simonides, der im 19. Jahrhundert die europäische Altertumswissenschaft mit seinen Fälschungen an der Nase herumführte, mit Nachwirkungen bis heute.

Es handelt sich um eine öffentliche Vorlesung im Rahmen des Allgemeinen Vorlesungswesens, sie ist kostenlos, eine Anmeldung nicht notwendig.

Die Universität Hamburg beschreibt die „Kleinen Fächer“ wie folgt:

Wissen Sie, womit sich die sogenannten „Kleinen Fächer“ der Universität Hamburg beschäftigten, jene Exoten des geisteswissenschaftlichen Fächerkanons, die durch eine geringe Zahl an Professorinnen und Professoren je Standort gekennzeichnet sind? Für das Profil der Universität Hamburg sind diese kleinen Fächer jedoch von großer Bedeutung. Sie befassen sich z. B. mit biblischen Texten, mit der Aufarbeitung von Traumata im Griechenland der Nachkriegszeit, mit Literaturen und Kulturen Lateinamerikas, mit der Literatur und den Monumenten der europäischen Antike. Sie erforschen wichtige Aspekte der menschlichen Kultur, sie bewahren kulturelles Erbe, sie entwickeln Methoden und Zugänge jenseits des wissenschaftlichen Mainstreams. Die Ergebnisse ihrer Forschungen haben große gesellschaftliche Relevanz, da sie mit ihrer Expertise dazu beitragen, Hintergründe und Kontexte gesellschaftlicher Herausforderungen auszuleuchten.

In der Ringvorlesung stellen sich zehn Kleine Fächer der Universität Hamburg vor, die sich zu einem Verbund zusammengeschlossen haben. Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland gewähren Einblicke in ihre aktuellen Forschungen. Sie zeigen, wie sich aus „Dingen“ „Wissen“ gewinnen lässt und welche überraschenden Einblicke man durch die Beschäftigung mit ihnen für die Lebenswirklichkeit gewinnen kann.

Weitere Vorlesungen in dieser Reihe finden Sie im anhängenden Flyer.


Lilia Diamantopoulou

Lilia Diamantopoulou ist Professorin für Neogräzistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zuvor war sie Universitätsassistentin am Institut für Byzantinistik und Neogräzistik an der Universität Wien (2012-2018). Sie ist außerdem Leiterin des Projekts „Fälschung, Täuschung, Mystifikation in der neugriechischen Literatur“, das im Rahmen von „Kleine Fächer – Große Potenziale“ vom Deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird.

Sie ist Autorin der Bücher Griechische Visuelle PoesieVon der Antike bis zur Gegenwart (Reihe: Studien zur Geschichte Südosteuropas 18, Peter Lang, 2016) und Carl Jakob Iken als Vorreiter der Neogräzistik (Reihe: Cultures and Practices of Knowledge in History 3, DeGruyter, 2019), sowie Mitherausgeberin der Sammelbände Die getäuschte Wissenschaft: ein Genie betrügt Europa (V&R, 2017) und Mirrors and Mirroring. From Antiquity to the Early Modern Period (Bloomsbury Academic, 2019).