„Z“, der Polithriller von Costas Gavras im Abaton (11.6.2017)

 

„Z – Anatomie eines politischen Mordes“
Mit Yves Montand, Irene Papas und Jan-Louis Trintignant,
Musik: Mikis Theodorakis

So. 11. Juni 2017, 17:00 Uhr
ABATON-KINO, Allende-Platz 3, 20146 Hamburg
Vorverkauf ab 23.Mai, 15:00 Uhr

Am 21. April 2017 jährte sich zum 50. Mal der Staatsstreich der Obristen in Griechenland und die Errichtung der ersten Diktatur in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. Aus diesem Anlass zeigte die Deutsch-Griechische Gesellschaft Hamburg e.V. in Zusammenarbeit mit dem ABATON-Kino in Hamburg den Film von Costas Gavras „Z – Anatomie eines politischen Mordes“, der inzwischen zu den Klassikern des politisch engagierten Kinos gehört. Der Film war die Reaktion des griechischen Regisseurs auf die Abschaffung der Demokratie in ihrem Geburtsort und trug damals zur Sensibilisierung der europäischen Öffentlichkeit für die Ereignisse im Land der Hellenen bei.

„Z – Anatomie eines politischen Mordes“ ist ein französisch-algerischer Spielfilm des griechischen Regisseurs Costas Gavras aus dem Jahr 1969. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Tatsachenroman des griechischen Autors Vassilis Vassilikos. Er gilt als Klassiker des politisch engagierten Kinos und als Meilenstein des „linken Kinos“ der 70er Jahre. Der Film entstand vor dem Hintergrund der griechischen Militärdiktatur (1967-1974) und wurde zu einem weltweiten Erfolg, der durch zwei Oscars gekrönt wurde.

„Z“ (aus dem griechischen Wort „Er lebt“) spielt zwar in einem imaginären Staat, doch bereits der Vorspann verkündet: „Übereinstimmung mit Personen und wahren Ereignissen ist nicht zufällig, sondern gewollt.“ Obwohl von Griechenland, der „Wiege der Demokratie“, niemals die Rede ist, „nimmt sich Costas Gavras hier mit einer unnachahmlichen Mischung aus satirischer Leichtigkeit und heiligem Ernst der von höchster staatlicher Instanz angeordneten Ermordung des linken Abgeordneten, Friedensaktivisten und Medizinprofessors Grigoris Lambrakis an“, so DER SPIEGEL.

Costas Gavras
By Frantogian (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

In dem Film, dessen Drehbuch Costas Gavras gemeinsam mit dem spanischen Schriftsteller Jorge Semprun geschrieben hat, erzählt er vom mutigen Kampf eines jungen Untersuchungsrichters, der gegen den immensen Druck einer arroganten Elite aus Militärs und Monarchisten den Auftragsmord an einem Oppositionellen klärt – und durch seine geschickte Verhörstrategie entlarvt, dass die vermeintliche Demokratie längst von einem rechten „Schattenstaat“ unterwandert ist, der im Hintergrund die Strippen zieht.

Yves Montand verkörpert im Film den Vorsitzenden der Bewegung der „Friedensfreunde“, Jean-Louis Trintignant den unbestechlichen jungen Untersuchungsrichter und die griechische Schauspielerin Irene Papas die Frau des Politikers. Neben den großen Stars lebt der Film auch von der Musik des griechischen Komponisten Mikis Theodorakis, der nach dem Militärputsch in einem Bergdorf auf dem Peloponnes in der Verbannung lebte. Dort besang er heimlich ein Tonband, das – auf abenteuerlichen Wegen außer Landes geschmuggelt – zur Grundlage der Filmmusik wurde.

Während der Film in der freien Welt ein gefeierter Erfolg war, wurde seine Aufführung durch die damaligen Regimes in Griechenland, Spanien, Portugal und einigen Staaten Südamerikas lange Zeit verboten.

Der Film wurde in der deutschen Version gezeigt.

DGG-HH-Vorstandsmitglied Jannis Politis führte in die historischen und politischen Hintergründe des Films ein und beantwortete nach der Vorführung Fragen des Publikums in der anschließenden Diskussion.

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