„Paradoxe Heimat“ – ein aktueller Beitrag zum deutsch-griechischen Erinnerungsdiskurs (11.12.2016)

Im ausgebuchten Hamburger Abaton-Kino fand am 11. Dezember 2016 die Vorführung des Filmes von Nikos Aslanidis mit dem Titel „Paradoxe Heimat“ statt. Der Film zeigte wichtige Stationen im Leben des griechischen Zahnarztes Dr. Efstathios Chaitidis, der seine Mutter und seine vier Geschwister in einer Aktion der Wehrmacht im April 1944 verlor. Seinen Vater verlor er in den Wirren des Bürgerkrieges, der direkt auf das Ende der deutschen Okkupation folgte. Ender der 50er Jahre kam er jedoch als Gastarbeiter nach Deutschland, in dem er eine neue Heimat fand. Eine Heimat, die ihm schließlich in den 60er Jahren politisches Asyl gewährte, als die griechische Diktatur ihn aus Griechenland ausschloss. Hier wurde ihm ein Studium und später ein erfülltes Berufs- und Familienleben ermöglicht.

Der Chaitidis-Film hatte am 19.März 2015 seine Premiere beim 17.Dokumentarfilm Festival in Thessaloniki, wo er den Publikumspreis gewann.

Paradoxe Heimat„Bei dem Film handelt es sich um einen hochaktuellen Beitrag zum deutsch-griechischen Erinnerungsdiskurs, der nicht nur das ambivalente Verhältnis zur griechischen Heimat, sondern auch das ambivalente Verhältnis zur deutschen Wahlheimat beleuchtet und somit stellvertretend steht für die Erfahrungen vieler Griechen, die in Deutschland leben, und deren Familien einen Teil dieser Erfahrungen weitertragen in die kommende Generation“, stand in dem Einladungsschreiben der Deutsch-Griechischen Gesellschaft Hamburg e.V., auf deren Initiative die Filmvorführung stattfand.

Bei der Vorführung im Abaton war der Protagonist des Filmes Dr. Chaitidis anwesend und nahm an der anschließenden regen Diskussion teil, die vom Vorsitzenden der Deutsch-Griechischen Gesellschaft Hamburg, Prof. Dr. Ulrich Moennig, moderiert wurde.

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